Beobachtungen in einer bestimmten Großstadt (Rauchen)

9. August 2010, 22:01

RaucherInnen haben es nicht einfach hier. Das Rauchverbot wird so strikt durchgezogen, wie ich es bisher noch nirgends erlebt habe. Generell darf nur an der frischen Luft geraucht werden. Es gibt auch nicht die, wie in Deutschland seit dem Rauchverbot üblichen, getrennten Räume innerhalb von Kneipen, Restaurants und Clubs, in denen geraucht werden darf. Selbst auf den Terrassen der meisten Kneipen sucht man vergebens nach einem Aschenbecher auf den Tischen. Also nur keine Scheu, auf den Boden aschen ist hier normal.
Tabak bzw. Zigaretten gibt es nur in “Tabac”-Läden, die meistens ziwschen 21 und 22 Uhr schließen. Wen es danach noch nach Zigaretten gelüstet, sollte vorgesorgt haben oder keine Scheu vor dem Schnorren haben. Muss allerdings sagen, dass viele es ablehnen oder das Gesicht verziehen, wenn man sie höflich nach einer Zigarette fragt. Zigarettenautomaten gibt es nicht. Allerdings führen manche épiceries, die auch bis spät in der Nacht geöffnet haben, Zigaretten in ihrem Angebot, aber nur auf Nachfrage, da es eigentlich nicht erlaubt ist. Der Preis liegt dann aber in der Regel um ca. 40% höher im Vergleich zu dem bereits hohen normalen Preis von 5,10 € für ein Päckchen Gauloises.
Und trotz allem habe ich den Eindruck, dass hier mehr geraucht wird als in Deutschland oder der Schweiz.

Fête Nationale

14. Juli 2010, 23:08

Fête Nationale

Die Geschichte vom kleinen Nicolas

5. Februar 2010, 17:39

Als es dämmerte, verliess ich das Haus mit konkreten Vorstellungen. Ich wollte meinem Magen etwas Gutes tun und mir ein französisches Buch kaufen. Ich genoss mein fades Essen beim Chinesen. Fad aus dem Grund, weil sie hier kein Glutamat ins Essen mischen. Dadurch fehlt dem Ganzen ein wenig die Würze, aber zumindestens war mir danach nicht übel.
Nachdem ich noch ein paar kleinere Besorgungen machte, begab ich mich zum Fnac, um mir ein Buch zu suchen. Meine Wahl fiel schnell auf, ein in Frankreich sehr populäres Kinderbuch, “Le petit Nicolas”. Es erzählt von den alltäglichen Erlebnissen eines kleinen Jungen. Es wird empfohlen für Kinder ab 10 Jahren. Ich dachte, das wäre auch für mich ein guter Einstieg, und würde mich nicht überfordern. Ich schnappte mir also das Buch, und marschierte damit zur Kasse. Da bemerkte ich, dass ich nach all den Kleinigkeiten, die ich schon kaufte, nicht mehr genügend Geld hatte. Das Buch kostete 6,- EUR, ich hatte aber nur noch 5,93 dabei. Ich hatte ein Problem. Noch nie hat mich das Fehlen von ein paar Cents so unglücklich gemacht. Ich wollte dieses Buch haben, und zwar jetzt, ich wollte es mit heimnehmen. Ich wollte mich, da ich es jetzt in der Hand hatte, nicht mehr von ihm trennen. So lief ich, mit dem Buch in der Hand, ein wenig im Laden umher, meinen Blick gezielt auf den Boden gerichtet, in der Hoffnung vielleicht ein paar Cents zu finden. Nach zehn Minuten gab ich auf, stellte das Buch zurück ins Regal, und verließ todtraurig den Laden.
Auf dem Heimweg fand ich ein 10-Cent-Stück.

Flüchtige Begegnung

17. Januar 2010, 19:03

Sie läuft vor mir her.
Ich überhole sie,
und drehe mich zu ihr um.
Sie lächelt mir zu,
ich lächle zurück.
Sie überholt mich.
Ich blicke ihr hinterher.
Ich folge ihr bis zur nächsten Ecke.
Ich lasse los.

Deutsch-französische Eigenarten (I)

15. Januar 2010, 16:02

Interessant und gewöhnungsbedürftig finde ich es, dass Franzosen/Französinnen eine Person mit ihrem Vornamen ansprechen oder begrüßen (z.B. “Salut Robert”) , um dann in der zweiten Person Plural (vous, Höflichkeitsform) mit einem weiterreden. Im deutschsprachigen Raum gilt sowas als unhöflich oder dumm.

Schön finde ich, wie das Wort “Madame” oder “Monsieur” gebraucht wird. Wenn sich alle Teilnehmer eines Gesprächs bewusst sind, um wen es geht, reicht es von “Madame” oder “Monsieur” zu reden. Das klingt sehr höflich und respektvoll. In Deutschland würde man nie auf den Gedanken kommen nur von “Frau” oder “Herr” zu sprechen. “Bonjour Madame” klingt sehr schön im Gegensatz zu “Guten Tag Frau”. Jetzt wo ich mir das laut vorsage, klingt es extrem herablassend.

Paris bei Nacht

31. Juli 2009, 03:01

Ich habe einen komischen Schlafrhythmus. Wache in der Regel um drei oder halb vier nachts auf, denke über Freundschaft, Liebe, Vertrauen und andere wichtige Dinge in meinem Leben nach. Nachdem ich immer zur gleichen Erkenntnis komme, dass es sich dabei einfach um abstrakte Begriffe handelt, um einen Behälter, den wir mit unseren Vorstellungen und Erwartungen füllen, schlafe ich meistens enttäuscht wieder ein.