Als es dämmerte, verliess ich das Haus mit konkreten Vorstellungen. Ich wollte meinem Magen etwas Gutes tun und mir ein französisches Buch kaufen. Ich genoss mein fades Essen beim Chinesen. Fad aus dem Grund, weil sie hier kein Glutamat ins Essen mischen. Dadurch fehlt dem Ganzen ein wenig die Würze, aber zumindestens war mir danach nicht übel.
Nachdem ich noch ein paar kleinere Besorgungen machte, begab ich mich zum Fnac, um mir ein Buch zu suchen. Meine Wahl fiel schnell auf, ein in Frankreich sehr populäres Kinderbuch, “Le petit Nicolas”. Es erzählt von den alltäglichen Erlebnissen eines kleinen Jungen. Es wird empfohlen für Kinder ab 10 Jahren. Ich dachte, das wäre auch für mich ein guter Einstieg, und würde mich nicht überfordern. Ich schnappte mir also das Buch, und marschierte damit zur Kasse. Da bemerkte ich, dass ich nach all den Kleinigkeiten, die ich schon kaufte, nicht mehr genügend Geld hatte. Das Buch kostete 6,- EUR, ich hatte aber nur noch 5,93 dabei. Ich hatte ein Problem. Noch nie hat mich das Fehlen von ein paar Cents so unglücklich gemacht. Ich wollte dieses Buch haben, und zwar jetzt, ich wollte es mit heimnehmen. Ich wollte mich, da ich es jetzt in der Hand hatte, nicht mehr von ihm trennen. So lief ich, mit dem Buch in der Hand, ein wenig im Laden umher, meinen Blick gezielt auf den Boden gerichtet, in der Hoffnung vielleicht ein paar Cents zu finden. Nach zehn Minuten gab ich auf, stellte das Buch zurück ins Regal, und verließ todtraurig den Laden.
Auf dem Heimweg fand ich ein 10-Cent-Stück.