Auf den Tag genau, vor einem Jahr

11. August 2010, 22:32

Was machst du?

Der Zeit beim Vorbeiziehen zuhören. Suchen und ersetzen. Einen Gedanken durch einen anderen. Innehalten. Durchatmen. Aufräumen. Abgesehen davon, Martini trinken, mit meinen permanenten Kopfschmerzen kämpfen, wobei es kein Ursache-Wirkung-Verhältnis ist, wie man vielleicht auf den ersten Blick denken mag. Hab mir in den Kopf gesetzt, französisch zu träumen. Bis dahin ist aber noch ein langer Weg. Manchmal, in letzter Zeit häufiger, wünschte ich mir, vor dem Turmbau von Babel geboren worden zu sein. Dann sehe ich aber wieder die Vorteile darin, dass es nicht so kam. Gestik, Mimik. Man wird sensibilisiert dafür. Treffe Menschen. Manche hinterlassen Spuren, die meisten verschwinden, so als wären sie nie dagewesen. Den ganzen Sonntag war ich im Jardin du Luxembourg. Liegestuhl unter Kastanien. Eine Oase der Ruhe mitten in einer hektischen Stadt. Habe gelacht (Antilopen), manchmal mit Tränen. Wurde traurig. Darauf wieder heiter. Wörter sprudelten. Es ist eine eigenartige Zeit, womit ich nicht sagen will, dass sie schlecht ist. Am Wochenende verlasse ich Paris. Mein Ziel noch ein wenig vage. Vielleicht Honfleur?

Beobachtungen in einer bestimmten Großstadt (Rauchen)

9. August 2010, 22:01

RaucherInnen haben es nicht einfach hier. Das Rauchverbot wird so strikt durchgezogen, wie ich es bisher noch nirgends erlebt habe. Generell darf nur an der frischen Luft geraucht werden. Es gibt auch nicht die, wie in Deutschland seit dem Rauchverbot üblichen, getrennten Räume innerhalb von Kneipen, Restaurants und Clubs, in denen geraucht werden darf. Selbst auf den Terrassen der meisten Kneipen sucht man vergebens nach einem Aschenbecher auf den Tischen. Also nur keine Scheu, auf den Boden aschen ist hier normal.
Tabak bzw. Zigaretten gibt es nur in “Tabac”-Läden, die meistens ziwschen 21 und 22 Uhr schließen. Wen es danach noch nach Zigaretten gelüstet, sollte vorgesorgt haben oder keine Scheu vor dem Schnorren haben. Muss allerdings sagen, dass viele es ablehnen oder das Gesicht verziehen, wenn man sie höflich nach einer Zigarette fragt. Zigarettenautomaten gibt es nicht. Allerdings führen manche épiceries, die auch bis spät in der Nacht geöffnet haben, Zigaretten in ihrem Angebot, aber nur auf Nachfrage, da es eigentlich nicht erlaubt ist. Der Preis liegt dann aber in der Regel um ca. 40% höher im Vergleich zu dem bereits hohen normalen Preis von 5,10 € für ein Päckchen Gauloises.
Und trotz allem habe ich den Eindruck, dass hier mehr geraucht wird als in Deutschland oder der Schweiz.

Fête Nationale

14. Juli 2010, 23:08

Fête Nationale

Hitchcock in der Rue Mouffetard

12. Juli 2010, 16:08

Die Geschichte vom kleinen Nicolas

5. Februar 2010, 17:39

Als es dämmerte, verliess ich das Haus mit konkreten Vorstellungen. Ich wollte meinem Magen etwas Gutes tun und mir ein französisches Buch kaufen. Ich genoss mein fades Essen beim Chinesen. Fad aus dem Grund, weil sie hier kein Glutamat ins Essen mischen. Dadurch fehlt dem Ganzen ein wenig die Würze, aber zumindestens war mir danach nicht übel.
Nachdem ich noch ein paar kleinere Besorgungen machte, begab ich mich zum Fnac, um mir ein Buch zu suchen. Meine Wahl fiel schnell auf, ein in Frankreich sehr populäres Kinderbuch, “Le petit Nicolas”. Es erzählt von den alltäglichen Erlebnissen eines kleinen Jungen. Es wird empfohlen für Kinder ab 10 Jahren. Ich dachte, das wäre auch für mich ein guter Einstieg, und würde mich nicht überfordern. Ich schnappte mir also das Buch, und marschierte damit zur Kasse. Da bemerkte ich, dass ich nach all den Kleinigkeiten, die ich schon kaufte, nicht mehr genügend Geld hatte. Das Buch kostete 6,- EUR, ich hatte aber nur noch 5,93 dabei. Ich hatte ein Problem. Noch nie hat mich das Fehlen von ein paar Cents so unglücklich gemacht. Ich wollte dieses Buch haben, und zwar jetzt, ich wollte es mit heimnehmen. Ich wollte mich, da ich es jetzt in der Hand hatte, nicht mehr von ihm trennen. So lief ich, mit dem Buch in der Hand, ein wenig im Laden umher, meinen Blick gezielt auf den Boden gerichtet, in der Hoffnung vielleicht ein paar Cents zu finden. Nach zehn Minuten gab ich auf, stellte das Buch zurück ins Regal, und verließ todtraurig den Laden.
Auf dem Heimweg fand ich ein 10-Cent-Stück.

Deutsch-französische Eigenarten (I)

15. Januar 2010, 16:02

Interessant und gewöhnungsbedürftig finde ich es, dass Franzosen/Französinnen eine Person mit ihrem Vornamen ansprechen oder begrüßen (z.B. “Salut Robert”) , um dann in der zweiten Person Plural (vous, Höflichkeitsform) mit einem weiterreden. Im deutschsprachigen Raum gilt sowas als unhöflich oder dumm.

Schön finde ich, wie das Wort “Madame” oder “Monsieur” gebraucht wird. Wenn sich alle Teilnehmer eines Gesprächs bewusst sind, um wen es geht, reicht es von “Madame” oder “Monsieur” zu reden. Das klingt sehr höflich und respektvoll. In Deutschland würde man nie auf den Gedanken kommen nur von “Frau” oder “Herr” zu sprechen. “Bonjour Madame” klingt sehr schön im Gegensatz zu “Guten Tag Frau”. Jetzt wo ich mir das laut vorsage, klingt es extrem herablassend.

Reproduction analogique de poésie ou de l’allemand pour débutants

14. August 2009, 14:55

Le livre est fermé.
La dernière page manquante.
Le soleil est ausgeknippst.
Le dernier métro, j’ai manqué.
Le basculement de tous. Le dernier Martini goût amer.
L’agitation s’est dissoute.
Baisser le volume tourner. Pssst.
Je reste encore un peu. Je bobine arrière.

Traduit de l’allemand par Google.

Analoge generative Poesie oder Deutsch für Anfänger

14. August 2009, 00:31

Das Buch ist zugeklappt.
Die letzte Seite fehlte.
Die Sonne ist ausgeknippst.
Die letzte Metro hab ich verpasst.
Die Kippen sind alle. Der letzte Martini schmeckte bitter.
Die Hektik hat sich aufgelöst.
Lautstärke runterdrehen. Pssst.
Ich bleibe noch ein wenig. Ich spule zurück.

Generiert in ca. 20 Sek.

Beobachtungen in einer bestimmten Großstadt

10. August 2009, 01:02

Ich weiss nicht, ob das ein Phänomen der Großstadt ist, oder eine Pariser Besonderheit, doch laufen hier jede Menge Leute rum, die mit sich selbst sprechen. Man sieht sie überall, auf der Strasse, im Supermarkt im Gespräch mit einer Suppendose oder einer Packung Nudeln, in der Metro im Gespräch mit ihrem Spiegelbild oder einfach nur ganz locker bei einer Zigarette im Park. Sehr umheimlich.

Pariser lassen sich scheinbar durch nichts aus der Ruhe bringen. An der Kasse am Supermarkt bleiben sie ganz stoisch, wenn jemand sein Scheckheft zückt, und mit einem Scheck bezahlt, was ungefähr 5 Minuten dauert. Selbst das Bezahlen mit Karte dauert ewig, so als hätten sie uralte, langsame Kartenlesegeräte und eine analoge Modemverbindung zur Bank. Die KassiererInnen ziehen die Waren in einem Scheckentempo über den Scanner, dass ich immer kurz einnicke, bevor ich bezahlen kann.

Und apropos Supermarkt. Wenn die Pariser einkaufen, dann kaufen sie richtig ein. Will meinen, der Einkaufswagen ist dann so voll, dass sie ihn kaum noch rollen können. Wenn man unter der Woche mittags in den Supermarkt geht, hat man immer den Eindruck, wir stehen kurz vor einem atomaren Angriff, und die Bevölkerung macht noch die entsprechenden Besorgungen.

Im Sommer herrscht in der U-Bahn eine unglaubliche Hitze bzw. Schwüle. Auf meinem Weg zur Schule komme ich meistens so geschwitzt aus der U-Bahn, dass ich erstmal eine Dusche bräuchte. Der Pariser lacht dabei, liest ein Buch, unterhält sich mit seinem Sitznachbarn oder auch der Sitznachbarin, und lässt sich rein gar nichts anmerken. Ja, der Pariser scheint nicht mal zu schwitzen!

Der Franzose und sein Baguette

3. August 2009, 13:09

Tu ne peux pas porter ta baguette sous le bras comme tout le monde?

Der Franzose und sein Baguette

Für diese ewige Verbindung siehe auch “Der Franzose”.

Paris – Funkstille

3. August 2009, 13:04

Alle, die sich fragen, wie es dem Schneider wohl in Paris geht und was er so treibt, muss ich leider enttäuschen. Er ist verstummt.

Ich schreibe zwar ziemlich viel, doch habe ich (noch) nicht den Eindruck, dass das geschriebene auch gelesen werden sollte. Aber eines steht fest: der Schneider IST noch immer in Paris und müht sich mit der Sprache ab. Er hofft so sehr, dass es mal seine Sprache werden wird.

Paris bei Nacht

31. Juli 2009, 03:01

Ich habe einen komischen Schlafrhythmus. Wache in der Regel um drei oder halb vier nachts auf, denke über Freundschaft, Liebe, Vertrauen und andere wichtige Dinge in meinem Leben nach. Nachdem ich immer zur gleichen Erkenntnis komme, dass es sich dabei einfach um abstrakte Begriffe handelt, um einen Behälter, den wir mit unseren Vorstellungen und Erwartungen füllen, schlafe ich meistens enttäuscht wieder ein.

Paris – jour 3

22. Juli 2009, 03:07

Ich lerne wichtige Begriffe kennen. Sowas wie “ça roule” oder “ça marche”. Lerne, dass die Franzosen manchmal die Silben verdrehen (cimer) und bekomme wichtige Insiderinfos zu Paris.

Danke N.

Unterwegs in Paris

21. Juli 2009, 23:32

Boulogne-BillancourtBoulogne-BillancourtCimetière MontparnasseCimetière Montparnasse

Paris – Jour 2

21. Juli 2009, 03:03

Tag 2 sollte man besser abhaken und in der Erinnerung ganz nach hinten verschieben.