Alben Juli 2010
9. August 2010, 21:08Archive – Controlling Crowds
Blur – Think Tank
Sophie Hunger – Monday’s Ghost
KLF – Chill out
Muse – The Resistance
Archive – Controlling Crowds
Blur – Think Tank
Sophie Hunger – Monday’s Ghost
KLF – Chill out
Muse – The Resistance
Sophie Hunger – Monday’s Ghost
Archive – Controlling Crowds
Gonzales – Solo Piano
Charlotte Gainsbourg – IRM
IAM – L’école du micro d’argent
Als es dämmerte, verliess ich das Haus mit konkreten Vorstellungen. Ich wollte meinem Magen etwas Gutes tun und mir ein französisches Buch kaufen. Ich genoss mein fades Essen beim Chinesen. Fad aus dem Grund, weil sie hier kein Glutamat ins Essen mischen. Dadurch fehlt dem Ganzen ein wenig die Würze, aber zumindestens war mir danach nicht übel.
Nachdem ich noch ein paar kleinere Besorgungen machte, begab ich mich zum Fnac, um mir ein Buch zu suchen. Meine Wahl fiel schnell auf, ein in Frankreich sehr populäres Kinderbuch, “Le petit Nicolas”. Es erzählt von den alltäglichen Erlebnissen eines kleinen Jungen. Es wird empfohlen für Kinder ab 10 Jahren. Ich dachte, das wäre auch für mich ein guter Einstieg, und würde mich nicht überfordern. Ich schnappte mir also das Buch, und marschierte damit zur Kasse. Da bemerkte ich, dass ich nach all den Kleinigkeiten, die ich schon kaufte, nicht mehr genügend Geld hatte. Das Buch kostete 6,- EUR, ich hatte aber nur noch 5,93 dabei. Ich hatte ein Problem. Noch nie hat mich das Fehlen von ein paar Cents so unglücklich gemacht. Ich wollte dieses Buch haben, und zwar jetzt, ich wollte es mit heimnehmen. Ich wollte mich, da ich es jetzt in der Hand hatte, nicht mehr von ihm trennen. So lief ich, mit dem Buch in der Hand, ein wenig im Laden umher, meinen Blick gezielt auf den Boden gerichtet, in der Hoffnung vielleicht ein paar Cents zu finden. Nach zehn Minuten gab ich auf, stellte das Buch zurück ins Regal, und verließ todtraurig den Laden.
Auf dem Heimweg fand ich ein 10-Cent-Stück.
Sie läuft vor mir her.
Ich überhole sie,
und drehe mich zu ihr um.
Sie lächelt mir zu,
ich lächle zurück.
Sie überholt mich.
Ich blicke ihr hinterher.
Ich folge ihr bis zur nächsten Ecke.
Ich lasse los.
Kam heute zur traurigen Erkenntnis, dass die Zeit eines Lebens nicht ausreicht, um all das zu machen, was ich gerne machen würde. Ich fühle mich gehetzt, hetze mich selbst, will viele Sachen gleichzeitig. Das führt zur gedanklichen Überbelastung und zu Blockaden. Woher die Bescheidenheit nehmen, weniger zu wollen? Es geht dabei nicht um irgendwelche materiellen Güter sondern um Wissen, theoretisches und praktisches Experimentieren, ausloten der eigenen Gedankenwelt und der eigenen kognitiven Fähigkeiten.
Interessant und gewöhnungsbedürftig finde ich es, dass Franzosen/Französinnen eine Person mit ihrem Vornamen ansprechen oder begrüßen (z.B. “Salut Robert”) , um dann in der zweiten Person Plural (vous, Höflichkeitsform) mit einem weiterreden. Im deutschsprachigen Raum gilt sowas als unhöflich oder dumm.
Schön finde ich, wie das Wort “Madame” oder “Monsieur” gebraucht wird. Wenn sich alle Teilnehmer eines Gesprächs bewusst sind, um wen es geht, reicht es von “Madame” oder “Monsieur” zu reden. Das klingt sehr höflich und respektvoll. In Deutschland würde man nie auf den Gedanken kommen nur von “Frau” oder “Herr” zu sprechen. “Bonjour Madame” klingt sehr schön im Gegensatz zu “Guten Tag Frau”. Jetzt wo ich mir das laut vorsage, klingt es extrem herablassend.
Meine Top10 der Filme, die ich im Jahr 2009 im Kino oder Fernsehen gesehen habe:
Die Oma, die mir gegenüber sitzt, schreckt durch die Ansage des Zugbetreuers auf.
- Sind wir schon in Baden-Baden? Das kann eigentlich nicht sein…
- Hm, ich weiss nicht, habe gerade nicht zugehört.
- Ich bin sanft entschlafen, und habe die Ansage nicht mitbekommen.
[...]
Ich niese, die Oma meint: Prost!
+++breaking news+++elvis has left the building+++direction rotterdam-bruxelles-mannheim+++destination finale paris+++il est un peu triste, mais en même temps heureux+++
An der Kasse in der Migro: Cumulus?
An der Kasse im Coop: Supercard?
Wenn ich mir in einem Schnellimbiss etwas zu essen bestelle: Darf es noch etwas zum trinken sein?
Im Schuh- oder Bekleidungsladen: Kann ich ihnen behilflich sein? Kann ich ihnen weiterhelfen? Kann ich ihnen helfen?
Le livre est fermé.
La dernière page manquante.
Le soleil est ausgeknippst.
Le dernier métro, j’ai manqué.
Le basculement de tous. Le dernier Martini goût amer.
L’agitation s’est dissoute.
Baisser le volume tourner. Pssst.
Je reste encore un peu. Je bobine arrière.
Traduit de l’allemand par Google.
Das Buch ist zugeklappt.
Die letzte Seite fehlte.
Die Sonne ist ausgeknippst.
Die letzte Metro hab ich verpasst.
Die Kippen sind alle. Der letzte Martini schmeckte bitter.
Die Hektik hat sich aufgelöst.
Lautstärke runterdrehen. Pssst.
Ich bleibe noch ein wenig. Ich spule zurück.
Generiert in ca. 20 Sek.
Es gibt Momente, in denen ist die Angst sehr präsent. Es sind vor allem Momente, in denen die Welt so kompliziert und undurchschauber wirkt, und einem immer weniger Zeit bleibt, die Welt und das Leben zu entwirren. Es ist nicht die Angst vor den Falten, vor den Haaren, die mit der Zeit weniger werden, und dafür vermehrt an Stellen erscheinen, an denen man es nie für möglich gehalten hätte. Die Angst ist losgelöst von Äusserlichkeiten.
Die Anfälligkeit für Krankheiten, die Müdigkeit, die Einsamkeit, die mich verzweifeln lassen. Als ich jung war, dachte ich mir, wenn ich mal erwachsen bin, wird vieles einfacher. Das Gegenteil ist eher der Fall. Mit dem Altern beginnt man sich Fragen zu stellen, und es macht einen unglücklich, wenn man das nicht erreicht hat, was man sich vorgenommen hat, falls man sich was vorgenommen hat.
Ich habe einen komischen Schlafrhythmus. Wache in der Regel um drei oder halb vier nachts auf, denke über Freundschaft, Liebe, Vertrauen und andere wichtige Dinge in meinem Leben nach. Nachdem ich immer zur gleichen Erkenntnis komme, dass es sich dabei einfach um abstrakte Begriffe handelt, um einen Behälter, den wir mit unseren Vorstellungen und Erwartungen füllen, schlafe ich meistens enttäuscht wieder ein.