Kabbala, Gematrie oder die Suche nach versteckten Botschaften

Bei der Lektüre des Artikels Pyramiden-Code, Shakespeare-Code, Nudellöffel-Code auf Telepolis ist mir wieder die Gematrie in den Sinn gekommen. Die Gematrie ist ein Aspekt der Kabbala, die die mystische Deutung der Buchstaben anhand ihres Zahlenwerts zur Grundlage hat. Damit sollte es möglich sein, nach verschlüsselten Botschaften in der Bibel zu suchen, und nicht nur.

Die Hebräer verwendeten, wie übrigens auch die Griechen, Buchstaben ihres Alphabets, um Zahlen darzustellen. Dadurch war es möglich die Buchstaben anhand eines festgelegten Schlüssels in einen entsprechenden Zahlenwert zu konvertieren. Die durch die Summe ihrer Einzelwerte oder durch andere Operationen erhaltenen Werte ergaben den Zahlenwert eines Wortes bzw. eines Satzes. Die Anhänger der Kabbala waren davon überzeugt, dass Wörter und Sätze mit gleichem Zahlenwert miteinander in Beziehung stehen.

Ein lustiges Beispiel fand ich in dem Buch “Zwilling der Unendlichkeit” von Charles Seife. Der Name Saddam (Hussein) ergibt, wenn man die Zahlenwerte des hebräischen Alphabets zugrunde legt, samech (60) + aleph (1) + dalet (4) + aleph (1) + mem (600) = 666. Die Zahl 666 wird auch als Zahl des Tieres oder als Zahl des Antichristen bezeichnet.
Dass bei der Berechnung der Summe einfach mal das zweite ‘d’ (dalet) übersprungen wurde, spielt für Kabbalisten keine Rolle, denn sie machen sich häufig unterschiedliche Schreibweisen zu Nutze, um das richtige Ergebnis zu erhalten.

Für mich entbehrt auch die Gematrie nicht einer gewissen Willkür, so wie sie auch den Para-Codes in dem weiter oben erwähnten Artikel zugrunde liegt. Es gilt meistens: wer sucht, der findet.